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Peter Protschka, Jahrgang 1977, zählt zu den vielseitigsten und interessantesten deutschen Jazztrompetensolisten der jüngeren Generation. Pure Energie und Leidenschaft zeichnen sein Spiel und seine Kompositionen aus. Sie sind eine Verneigung vor dem amerikanischen Jazz, wie er sich seit den frühen 60er Jahren entwickelt hat, und haben dabei immer eine sehr persönliche, europäische Note.

„Die Musik aus der Ära des Hard- und auch des Postbop hat mich schon immer sehr fasziniert und angezogen; ich mag die Energie, den Soul, den Humor und auch den Lifestyle, die diese Stilistik prägen“, meint der Musiker hierzu selbst. „Deshalb spiegelt sich auch in all meinen Jazzprojekten der Sound dieser Ära wider; sei es in meinem aktuellen Quintett mit Rick Margitza, meiner Orgelband "Organic Universe" oder einer meiner anderen Besetzungen. Natürlich klingen diese Bands nicht wie die amerikanischer Kollegen aus den 60ern. Wir haben ja einen ganz anderen Background und auch andere Einflüsse als die Musiker damals. Aber mich interessiert grundsätzlich die Auseinandersetzung mit der Geschichte, deshalb höre ich neben viel Jazz auch gerne klassische Musik und leite verschiedene Crossoverprojekte, in denen ich unter anderem Barocktrompete spiele. Ich mag es einfach, wenn man in meiner Musik auch die Traditon hört!“

Neben den klassischen Einflüssen bindet Protschka aktuelle musikalische Strömungen in sein Spiel ein, die über den Postbop hinausweisen. Die größten kompositorischen Inspirationsquellen findet er jedoch bis heute in den legendären Combobesetzungen und deren Komponisten. „Musiker wie Kenny Barron, Joe Henderson, Tom Harrell oder Wynton Marsalis haben wegweisende Plattendokumente aufgenommen und tun dies teilweise auch heute noch. Für mich ist dies keine Hinwendung zu einer abgeschlossenen Vergangenheit, sondern das Fortführen und Weiterentwickeln einer großen Tradition.“

Aus diesem Grund stammen die Fotografien zu Protschkas letzter Quartett CD, die auch dieser Website zugrunde liegen, aus dem legendären Kölner „Metronom“; einem Jazzclub, der bereits 1968 seine Pforten öffnete. Hier dreht sich bis heute ausgewähltes Vinyl und es wird regelmäßig live Jazz gespielt. „Wir haben dort ein kleines, stilvolles Konzert für unsere Freunde gegeben und das als Hintergrund für die Impressionen aus dem Club genommen, der in Deutschland einzigartig ist. Hier ist die Zeit einerseits stehengeblieben, andererseits treffen sich hier Fans jeden alters und beweisen, dass diese Musik nichts von ihrer ansteckenden Vitalität und Aktualität eingebüßt hat“, erzählt der Trompeter. „Aber auch die Musiker in meinen Bands teilen meine Leidenschaft für diese Stilistik, deshalb auch der Name meiner Quartett CD: Kindred Spirits, Gleichgesinnte. Wir wollen das Feuer weitertragen! Dies gilt aber für alle Besetzungen, die ich leite.“

Protschka lebt mitten in Köln und ist in den letzten Jahren viel gereist; regelmäßig unter anderem nach New York und Paris; dort tankt er Anregungen und Energie. Der urbane Klang dieser Metropolen prägt seine Musik- sie ist ein ehrliches Bekenntnis zur eigenen musikalischen Wahrheit. Dass Protschkas Sound  auf der Trompete wie auf dem Flügelhorn dabei umwerfend schön und höchst sinnlich ist, macht den Hörgenuss vollends zum Erlebnis.

 

Vita:


2003 Jazzdiplom mit Auszeichnung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim

 

2005 Konzertexamen Jazz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln

 

2010 Master of Music Alte Musik, Hauptfach Barocktrompete an der Hochschule für Musik und Tanz Köln

 

Unterricht und Masterclasses in Europa bei Ack van Rooyen, Klaus Osterloh, Claus Stötter, Jarmo Hoogendijk und in den USA bei Alex Sipiagin, Eddie Henderson, Laurie Frink und John McNeil.

 

Protschka, auch als Sideman ein sehr gefragter Musiker, kann auf eine rege Konzerttätigkeit in internationalen Jazzclubs und auf bekannten Festivals in den letzten Jahren zurückblicken. Er realisiert regelmäßig Aufnahmen mit eigener Musik und renommierten Bandbesetzungen, die in der Vergangenheit von der Presse begeisterten Zuspruch erhielten. Zusammenarbeit bisher mit Musikern wie Rick Margitza, Ronnie Burrage, Maria Schneider, Ingrid Jensen, Bobby Shew, Don Menza, Alex Sipiagin, David Murray, Oliver Lake, Tom van der Geld, Jürgen Seefelder, Thomas Stabenow, Martin Sasse, Paul Heller oder Dejan Terzic. 2004 wurde er mit dem Jazzpreis der Kunststiftung Baden- Württemberg ausgezeichnet. Seit 2007 ist Protschka zudem Dozent für Trompete, Theorie und Ensemble an der tradionsreichen Rheinischen Musikschule in Köln. Seit 2010 ist er ausserdem verstärkt im Spannungsfeld zwischen Jazz und klassischer Musik auch auf historischen Instrumenten zu hören. Protschka tourt und nimmt neben seinen Jazzaktivitäten mit namhaften Ensembles der Alten Musik auf. So zum Beispiel mit Roland Wilsons "Musica Fiata". Diverse Portraits bei namhaften öffentlich-rechtlichen Sendern (DRadio Wissen/ WDR 3/ Norwegisches Nationalradio/ BR Klassik) und in veschiedenen wichtigen Fachmagazinen (Jazzpodium, Sonic) runden das Profil ab.

 

Referenzen: Leverkusener Jazztage; Dresdner Jazztage; Düsseldorfer Jazzrally; Villette Jazzfestival Paris; Jazz and Joy Worms; Acht Brücken Köln; Idstein Jazzfestival; Mannheimer Morgen Jazzfestival; Musik in den Häusern der Stadt, Köln; Jazzfestival Hürth; Kölner Philharmonie; Tonhalle Düsseldorf; zahlreiche namhafte Jazzclubs im deutschsprachigen Raum (Bird´s Eye Basel, Jazzkeller Frankfurt, A- Trane Berlin, Fatjazz Hamburg und viele mehr)